„Ein Kind hat drei Lehrer: Der erste Lehrer sind die anderen Kinder. Der zweite Lehrer ist der Lehrer. Der dritte Lehrer ist der Raum.“ (Loris Malaguzzi – Gründer der Reggio Pädagogik))

Die Gestaltung der Lernumgebung – hier insbesondere des Klassenraumes – ist ein häufig unterschätzter Faktor im Lernen eines Kindes. Dies scheint uns besonders für die Arbeit in einer altersgemischten Klasse im Förderschwer- punkt Lernen wichtig. Bei der Einrichtung unserer Klassenräume haben wir Kollegen der Unterstufe daher ein besonderes Augenmerk auf die Strukturierung des Raumes und der damit verbundenen Strukturierung der Abläufe im Alltag gelegt.

Zentraler Raum in unseren Klassen ist der Sitzkreis, der aus Bänken oder Hockern fester Bestandteil unseres Raumes ist. Er bietet den Blick auf die wesentlichen Elemente der Tagesstruktur – entweder auf der Wandtafel oder auf Zwischenwände, die sich aus Lernnnischen ergeben.

Hier trifft man sich immer zu Beginn des Tages – Begrüßungsrituale, notwenige organisatorischen Abläufe und der „Stunden“plan des Tages sind ein Thema.

Hier organisieren die Kinder die Arbeitszeit, planen ihre Vorhaben oder arbeiten an den Vorgaben von uns Lehrern. Wichtiges Utensil ist dafür die „Elefantenmappe“, die den Arbeitsplan für die Woche enthält.

Aber auch andere gemeinsame Aktionen haben hier ihren Raum: das Frühstück, der Klassenrat, die Präsentation von Ergebnissen, ….

Der Klassenraum bietet eine klare Struktur für das Lernen.

  • Die Arbeitsmaterialien befinden sich in farbig markierten Kisten, die mit den Namen der Kinder beschriftet sind. Sie stehen in Regalen zentral im Klassenraum. Hier nehmen sich die Kinder (ja nach Vorhaben) ihre Mappe in der jeweiligen Farbe.

Mappen und Bücher für die Deutsch- und Mathematiklehrgänge befinden sich in diesen Kisten.

Die Mappen für das Trainingslager

  • Gemeinsame Phasen, wie z. B. eine Mathestunde für eine kleine Gruppe von Kindern oder ein gemeinsames Vorhaben von einigen Kindern finden am zentralen Gruppentisch statt.

  • Für die Arbeiten am Deutschplan gibt es eine Lernstraße auf dem Fensterbrett, auf der die Kinder alle notwendigen Materialien finden.

  • Im Trainingslager sind in 6 Regalen, farbig markiert, Material für die Arbeit in den Mappen des Trainingslagers, in anderen Klassen oft auch Freiarbeit genannt. Die Kinder haben feste Zeiten für die Arbeit im Trainingslager und können zusätzliche Lernzeiten dort vorschlagen.

Trainingslager Lesen

Trainingslager Schreiben

Trainingslager Motorik

Weitere Bereiche im Trainingslager sind Rechnen, Wahrnehmung, Logik und Kaufmannsladen (Rechnen mit Geld)

  • Außerdem befinden sich im Klassenraum die beiden Computerarbeitstische und die Leseecke mit Spielteppich.

  • Die Kinder und ich haben außerdem persönliche Fächer.

Der Ablauf der Woche ist durch den Stundenplan und durch Rituale strukturiert.

  • Feste Zeiten im Stundenplan haben neben den Unterrichtsfächern außerhalb der Arbeitszeit (Sport, Werken und die schulformoffenen Projekte (AG, und Di(enstag-) und Do(nnerstag-) Nachmittagsunterricht) auch der Klassenrat, die Präsentationszeit für Ergebnisse und ein klassengemeinsames Projekt .
  • Den Tag strukturieren aber auch kurze Sequenzen wie die Frühstückszeit vor der ersten Pause, die tägliche Bewertung (der persönlichen Arbeitsleistung, des Arbeitsverhaltens und des gemeinsamen Klassenziels) und die Ermittlung des Schätzkönigs.
  • Die Pausenzeiten sind bei uns 3 mal 30 Minuten am Tag. Um Konflikten vorzubeugen hat die Wartbergschule ein breites Spektrum an Pausenangeboten geschafft. Diese Angebote werden überwiegend von den pädagogischen MitarbeiterInnen gestaltet. So gibt es z. B. eine Bücherei, ein Cafe, einen Ruheraum, ein Yogaangebot, das Tiergehege mit der Möglichkeit zu „arbeiten“ und zu streicheln – oder einfach nur zu beobachten, ein Fußballangebot, die Pferde mit der Versorgung und Vorbereitung auf die nächste Reiteinheit, eine Spielpause im Sand mit Fahrzeugen, eine Spielpause mit der Möglichkeit Gesellschafts- oder Konstruktionsspiele zu machen. Diese Angebote sind teilnehmernmäßig zwar begrenzt, bieten aber dennoch genug Gelegenheit, die Pause ohne Langeweile zu verbringen.

Die klaren Strukturen des Raumes und des Tagesablaufes helfen den Kindern, sich auf das Lernen zu konzentrieren und schaffen für uns Freiräume, die Kinder individuell beim Lernen zu begleiten und zu unterstützen.

Viele Materialien und Gestaltungselemente stammen aus dem Zaubereinmaleins.

2 Responses »

  1. Hallo!

    Ich finde die Strukturierung des Klassenraums wirklich toll. Wo gibt es die Pappkästen zu kaufen, in denen ihr die Materialien aufbewahrt und die so gut stapelbar sind. Ich wäre sehr dankbar über eine Info.

    Liebe Grüße aus dem Rheinland!

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